Dienstagabend, kurz vor dem Training: 16 Spieler stehen auf dem Platz, und der Trainer überlegt noch, was er eigentlich machen will. Das Ergebnis kennt jeder, der schon einmal zugeschaut hat – lange Umbaupausen, Übungen, die keiner versteht, und am Ende „lasst uns noch was spielen”. Dabei braucht eine gute Einheit keine Stunde Vorbereitung. Zehn konzentrierte Minuten reichen, wenn du in einer festen Reihenfolge planst.
Schritt 1: Den Schwerpunkt festlegen
Der häufigste Planungsfehler ist, mit den Übungen anzufangen. Fang stattdessen mit der Frage an: Was soll mein Team nach dieser Einheit besser können als davor? Die Antwort liefert dir meist das letzte Spiel – zu viele Ballverluste im Aufbau, kein Zugriff im Pressing, Standards verschlafen. Ein Schwerpunkt pro Einheit genügt. Wer drei Dinge gleichzeitig verbessern will, verbessert erfahrungsgemäß keines davon.
Schreib den Schwerpunkt als einen Satz auf. „Wir wollen nach Ballgewinn schneller umschalten” ist ein Plan. „Bisschen Passspiel, bisschen Abschluss” ist keiner.
Schritt 2: Drei Blöcke reichen
Du brauchst keine komplizierte Periodisierung, um ein gutes Training zu bauen. Drei Blöcke mit klaren Zeitanteilen haben sich bewährt – bei 90 Minuten zum Beispiel so:
- Aufwärmen (15–20 Minuten): mit Ball, gern schon mit Bezug zum Schwerpunkt. Ein Rondo bereitet auf ein Passspiel-Training besser vor als drei Runden Laufen.
- Hauptteil (45–55 Minuten): ein bis zwei Übungen, die den Schwerpunkt isoliert trainieren, danach eine Spielform, die ihn unter Druck abruft.
- Abschluss (15–20 Minuten): ein freies Spiel oder ein Wettkampf mit einfachen Regeln. Das ist keine verlorene Zeit – hier zeigt sich, ob der Schwerpunkt schon ankommt.
Plane die Minuten mit, inklusive Umbauzeiten. Zwei Übungen, die denselben Feldaufbau nutzen, sparen dir fünf Minuten Hütchen-Schleppen – das ist bei der Übungsauswahl ein echtes Kriterium.
Schritt 3: Übungen auswählen statt erfinden
Kaum ein Trainer erfindet jede Woche neue Übungen – und das muss auch niemand. Gute Übungen leben von Wiederholung: Erst wenn dein Team den Ablauf kennt, trainiert es das Thema statt der Organisation. Bau dir deshalb einen eigenen Fundus auf: Übungen, die funktioniert haben, mit Aufbau, Ablauf und Varianten notiert. Aus diesem Fundus stellst du Einheiten in wenigen Minuten zusammen, statt jedes Mal bei null anzufangen.
Genau dafür gibt es in MatchPlanner die Übungsbibliothek mit Einheiten-Planer: Übungen einmal anlegen (oder aus bestehenden Dokumenten importieren), mit Skizze und Beschreibung versehen und per Klick zu kompletten Einheiten kombinieren – inklusive PDF für die Trainingstasche.
Schritt 4: Skizzieren statt erklären
Eine Übung, die du drei Minuten lang erklären musst, ist entweder zu kompliziert – oder sie braucht ein Bild. Eine einfache Skizze mit Feld, Positionen und Laufwegen ersetzt den halben Vortrag, und dein Co-Trainer kann die Übung ohne Rückfragen aufbauen. Wichtig ist eine einheitliche Notation, damit jeder das Gleiche liest: gestrichelte Linie für den Laufweg, durchgezogene für den Pass, Wellenlinie fürs Dribbling.
Im Skizzeneditor von MatchPlanner zeichnest du Übungsgrafiken genau in dieser Notation – und fürs Taktische daneben gibt es das Taktikboard, auf dem aus einer Standardsituation auch mal eine Animation wird.
Nach dem Training: zwei Sätze notieren
Der unterschätzteste Teil der Trainingsplanung passiert danach. Zwei Sätze reichen: Was hat funktioniert, was nicht? Welche Übung war zu leicht, wo hast du abgebrochen? Wer das notiert, plant die nächste Einheit doppelt so schnell – und merkt nach ein paar Wochen, welche Übungen wirklich etwas bringen. Zusammen mit der Anwesenheit hast du so ein ehrliches Bild davon, wer wie viel trainiert hat, wenn du am Wochenende den Kader planst.
Kurz gesagt: Schwerpunkt festlegen, drei Blöcke füllen, bewährte Übungen wiederverwenden, mit Skizzen arbeiten – und danach zwei Sätze notieren. Das ist keine Wissenschaft, sondern eine Routine. Und Routinen werden besser, wenn sie ein Zuhause haben.